Leuchtturm "Roter Sand": Der Leuchtturm Roter Sand ist ein unter Denkmalschutz stehendes, historisches Bauwerk in der offenen See. Er steht auf Position 53° 51’ 18’’N / 08° 04’ 54’’ E in der Außenweser. Der Turm hat eine Gesamthöhe einschließlich des im Meeresgrund stehenden Fundaments von 52,5 m. Bei Niedrigwasser erhebt sich der Turm 30,7 m über den Meeresspiegel. Der Sockel des Fundaments ist bei Hochwasser mehr als 1 m überspült. Schiffe können an zwei Dalben vor dem Turm festmachen. Die Stahlkonstruktion besteht aus 5 Geschossen mit abgeschotteten Treppengängen. Die Ausstattung ist einfach. Soweit möglich sind historische Möbel und Gegenstände belassen bzw. beschafft worden. Auf die Anregung, ein weiteres Feuerschiff in der Wesermündung auszulegen, schlug das preußisch-bremisch-oldenburgische Tonnen- und Bakenamt aus wirtschaftlichen Gründen den Bau eines Leuchtturmes vor. Der Bremerhavener Baurat Hanckes wurde 1878 mit der Ausarbeitung der Pläne zum Bau betraut. Als navigatorisch günstiger Standort wurde eine Untiefe in der Wesermündung – der Rote Sand - gewählt. Auf diesem feinsandigen Untergrund ein Bauwerk zu stellen hieß gänzlich neue Wege beschreiten: Die Ingenieure entschieden sich zur sog. Caissongründung, d.h. ein stählerner Kasten wird auf den Meeresboden abgesenkt und der darunter befindliche Sand abgebaut. Der Kasten sinkt in den Boden und der eigentliche Leuchtturm kann darauf gebaut werden. Die Arbeiten begannen Ende 1880 mit dem Bau des Senkkastens, der dann ein halbes Jahr später am Bestimmungsort abgesenkt wurde. Ein Herbststurm zerschlug jedoch den Caisson. Erst 1883 versprach ein neuer Gründungsversuch eine halbe Seemeile nördlich der ersten Baustelle Erfolg. Diesmal konnten die Herbststürme dem Stahlkörper nichts anhaben. Auch wenn die Arbeiten immer wieder durch schlechtes Wetter unterbrochen werden mußten: der Bau des eigentlichen Turmes im Jahr 1885 verlief planmäßig und schnell. Ins Bautagebuch setzte Baumeister Körte drei Kreuze als Finale unvorstellbar schwerer Arbeitsbedingungen. Der Turm wurde am 1.10.1885 seiner Bestimmung übergeben. Als Leuchtturmwärter Düsmann um Mitternacht die zweidochtige Öllampe zündete, stand nun das wichtigste Ansteuerungssignal in der Außenweser - und zugleich das erste Offshore-Bauwerk der Welt. Vorschaubild klicken zum Vergrößern © RG